Mit einem persönlichen Erlebnis eröffnete Helena Weingartner Brunner das Referat: Ihre viereinhalbjährige Enkelin habe kürzlich 21 Falten in ihrem Gesicht gezählt und sich über die «schwabbelige Haut» an den Oberarmen gewundert. Ihre Antwort darauf: «Damit die Enkel den Kopf weicher an ihre Grosseltern anschmiegen können.» Humorvolle Reaktionen wie diese schaffen laut der Referentin Leichtigkeit und Nähe – besonders im Familienalltag.
Unter dem Titel «Humor ist das Eingangstor zu den Herzen der Kinder» zeigte sie in der Folge auf, wie gemeinsames Lachen nicht nur die Stimmung hebt, sondern auch die Gesundheit fördert. «Zwanzig Sekunden Lachen entsprechen drei Minuten am Rudergerät auf höchster Stufe», erklärte sie. Lachen aktiviere Atmung, Blutfluss und das Immunsystem – und sei damit ein kostenloses Fitnessprogramm, ergänzte sie augenzwinkernd.
Doch mit dem Älterwerden nimmt das Lachen ab: Während Kinder täglich rund 400 Mal lachen, sind es bei Erwachsenen nur noch etwa 15 Mal. Um dem entgegenzuwirken, präsentierte die Referentin kreative Ideen zur Förderung von Humor im Familienalltag. So könnten Kinder beispielsweise grosse Kartonkisten bemalen oder auf ungewöhnliche Weise zum Abendessen gerufen werden – etwa mit schrillen Tönen einer Trompete. Auch das Aufräumen könne spielerisch gestaltet werden, etwa mit «Postbefehlen» wie Schneckenpost für Plüschtiere oder A-Post für Farbstifte.
Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten: Helena Weingartner Brunner sprach auch über sogenannte «Humorkiller», die den Familienalltag belasten können. Schlafmangel, körperliche Beschwerden, Stress, Beziehungsprobleme oder Erschöpfung – all das kann die Leichtigkeit trüben. Sie betonte, dass auch negative Gefühle und Spannungen ihren Platz haben und nicht einfach mit einem Lächeln überdeckt werden sollten. Als hilfreiches Werkzeug stellte sie das Modell der Entscheidungskompetenz vor: Entscheidungen in der Familie können entweder von den Eltern, den Kindern oder gemeinsam getroffen werden. Diese klare Struktur könne helfen, Machtkämpfe zu entschärfen und das Zusammenleben zu erleichtern.
Zum Ende ihres Referats setzte Weingartner Brunner ein humorvolles Zeichen: Sie verteilte Luftballons und forderte die Anwesenden auf, ihre negative Energie, ihren Stress oder Ärger, symbolisch hineinzupusten. Auf ihr Kommando hin liessen die Anwesenden die Ballons durch den Saal fliegen – diese Interaktion zaubert bei vielen ein Lächeln auf die Lippen. Abschliessend gab Helena Weingartner Brunner folgenden Tipp für den Alltag mit: «Tragt stets einen Ballon im Hosensack. Wenn euch alles zu viel wird, pustet eure negative Energie hinein und lasst ihn fliegen.» Eine kleine Geste mit grosser Wirkung, die aufzeigt, wie Humor helfen kann, den Alltag leichter zu nehmen.
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