Was brauchen Kinder, damit sie motiviert und produktiv an ihre Hausaufgaben gehen? Dieser Frage widmete sich der Vortrag von Martina Oggier, Kinder- und Jugendcoach, im Rahmen des Elternforums Willisau. Rund 70 Zuhörerinnen und Zuhörer fanden den Weg in den Saal Maria von Magdala. Das Ziel der Referentin: Den Eltern konkrete Ideen und mehr Gelassenheit für den Umgang mit Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben.
Kinder finden oft zahlreiche Gründe, weshalb sie gerade keine Hausaufgaben machen möchten. Mal sind sie müde, mal erscheint die Aufgabe zu schwierig, und manchmal fehlt einfach die Lust. Doch was braucht es, damit Lernen gelingt? Laut Martina Oggier beginnt Motivation bei den persönlichen Bedürfnissen eines Kindes:
1. Selbstwirksamkeit und Kompetenz – Kann ich etwas bewirken?
2. Bindung und Beziehung – Gehöre ich dazu und fühle ich mich wohl?
3. Anerkennung und Selbstwertschutz – Werde ich wahrgenommen und geschätzt?
4. Autonomie – Darf ich mitbestimmen?
5. Lustgewinn – Macht es mir Spass?
Diese fünf Grundbedürfnisse greifen ineinander. Werden sie erfüllt, sammeln Kinder positive Erfahrungen und entwickeln mehr Motivation sowie die Bereitschaft, sich auf eine Aufgabe einzulassen.
Verweigern Kinder die Hausaufgaben, steckt häufig ein unerfülltes Bedürfnis dahinter. Nicht die Hausaufgabe selbst steht im Weg, sondern Gefühle wie Druck, Überforderung, Müdigkeit oder Frust. Verweigerung sei deshalb ein Signal und kein Angriff.
Wie Eltern aus dem Hausaufgabenkampf aussteigen können, zeigte Martina Oggier anhand von fünf Schritten auf:
1. Innehalten, eine Pause machen und tief durchatmen.
2. Zuhören und herausfinden, was das Kind im Moment braucht.
3. Gefühle und Bedürfnisse benennen.
4. Kleine, machbare Schritte vereinbaren.
5. Das Kind begleiten, unterstützen und mit Fragen zum selbstständigen Denken anregen, statt Lösungen vorzugeben.
Zum Abschluss zeigte die Referentin auf, wie gute Lernbedingungen geschaffen werden können. Ein geeigneter Lernplatz bietet möglichst wenig Ablenkung, ausreichend Ruhe und
eine angenehme Atmosphäre mit genügend Licht und frischer Luft. Wichtig ist zudem, dass alle benötigten Materialien griffbereit sind.
Auch die Gestaltung der Lernzeit spielt eine entscheidende Rolle. Kürzere Lernsequenzen mit regelmässigen Wiederholungen und Pausen helfen dabei, den Lernstoff langfristig zu behalten. Der Kreativität seien dabei kaum Grenzen gesetzt – Lernen dürfe durchaus Spass machen.
Die zentrale Erkenntnis des Abends: Je mehr positive Faktoren zusammenkommen, desto einfacher und entspannter gelingt die Hausaufgabensituation für Kinder und Eltern.
Das Forum wurde durch das Elternteam Willisau organisiert.
